Die Kirche St. Marien in Abtswind

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Erbauungszeit der Kirche

Unsere Abtswinder Kirche wird urkundlich erstmals im Jahr 1512 erwähnt, und zwar als "Pfarrkirche zu Abtswind unser lieben Frauen". Die genaue Erbauungszeit steht nicht fest, fällt aber vermutlich in das Jahr 1420. Darauf weist das Rippenkreuzgewölbe mit den zwei runden Schlusssteinen (siehe Abbildung 1) hin, ebenso wie ein leider jetzt überputzter Stein auf der Südseite der Kirchenmauer, auf welchem die Jahreszahl 1490 zu lesen war.

 

Stein1

Stein2

Abbildung 1: Zwei Schlußsteine

 

Weitere Hinweise auf das 15. Jahrhundert: Die spitzbogigen, ursprünglich zweiteiligen Fenster im Chor, das Sakra-mentshaus, dessen Überreste noch vorhanden sind, sowie der spätgotische Marienaltar (um 1500). Auch das spätgotische Türlein mit doppelgekehltem Gewände weist uns in das 15. Jahrhundert hinein und verbindet den Chorraum mit der Sakristei, die das unterste Geschoss des Turmes bildet.

Aus einem alten Akkord geht hervor, daß 1491 ein Maler den Chorraum mit "unseres Herrn Christi Leiden und unserer lieben Frauen Auffahrt" (= Maria Himmelfahrt) zu bemalen hatte. Auch hatte er noch die vier Evangelisten zu malen, das Getäfel und das Sakramentshäuschen.

 

Der Altar

  


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Abbildung 2: Der Altar 

Der spätgotische Flügelaltar stammt von einem Bamberger Meister (Name unbekannt; sogenannter "Marthameister"). Der Altar mit seinen reichen Reliefschnitzereien wurde um 1500 errichtet. Der Mittelschrein zeigt ein sog. "Vesperbild" (Pieta): Die Jungfrau Maria hält ihren vom Kreuz abgenommenen toten Sohn Jesus in den Armen. Auf dem linken Seitenflügel sind die Hl. Dorothea (mit Rosenkörbchen) und Katharina von Alexandrien (mit Rad und Schwert) dargestellt. Der rechte Seitenflügel trägt ein Bildnis der Hl. Barbara (mit dem Kelch). Die Figuren sind farbig gefaßt; vor mehreren Jahren wurde die ursprüngliche Bemalung freigelegt. Auf den Rückseiten der beiden Altarflügel sind mit Tafelbildern des Marienlebens aus der Werkstätte des Nürnberger Malers Michael Wohlgemuth (Lehrmeister von Albrecht Dürer) geziert: Mariä Verkündigung; Mariä Heimsuchung, Anbetung der Könige, Erscheinung des Auferstandenen bei seiner Mutter Maria. Links vom Altar befinden sich Reste eines gotischen Sakramentshäuschens. Die steinerne Kanzel stammt aus dem Jahr 1575 (römische Ziffern).  

 

Turm und Wehranlage

Der Turm bestand vor der Reformation aus vier sehr massiven Geschossen mit schmalen Schießscharten. Auch die ganze Kirche war ringsum durch eine starke, um den Kirchhof führende, mit Schießscharten, Wehrgang und Eckturm (bis 1880) versehenen Mauer geschützt. Zwischen Wehrmauer und Kirche befand sich früher der Friedhof. Erst im Jahre 1712 bekam der Turm seine jetzige Gestalt.

 

Bauliche Veränderungen nach der Reformation im Überblick:

  • 1576 neues Gestühl in der Kirche

  • Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde die Kirche auf das schwerste beschädigt. Die Zahl der Einwohner Abtswinds 
    sank in dieser Zeit von 1000 (1618) auf 20 (1645).

  • 1705 erste Orgel und Empore im Chorraum - Zur Orgel wurde eine steinerne Treppe gebaut (1717). Wahrscheinlich 1705 noch
    die unteren Emporen im Langhaus.

  • 1712 der Turm wurde um ein Geschoß erhöht, auf welche eine doppelte welsche Haube mit einer viereckigen Spitze und 
    zwei durchsichtigen Laternen gesetzt wurde.

  • 1720 neue Fenster wurden in die Kirche gehauen.

  • 1746 Empore im Chorraum auf der Kanzelseite angebaut (inzwischen wieder entfernt).

 

Orgel

 

 

Orgel

 

Abbildung 4: Die Orgel

Die neue Orgel wurde 1991 unter Beibehaltung der historischen Gehäusefront von der Fa. Willi Peter aus Köln erbaut.
Disposition der Orgel:

 

Hauptwerk

 

Nebenwerk

 

Pedal

 

Principal

8 '

Bordun

8'

Subbaß

16'

Rohrflöte

8'

Blockflöte

4'

Octavbaß

8'

Octave

4'

Quinte

2 2/3'

Choralbaß 2-fach

4'

Koppelflöte

4'

Principal

2'

Posaune

16'

Flachflöte

2 '

Terz

1 3/5'

 

 

Mixtur 4-fach

1 1/3'

Octäflein

1'

 

 

Trompete

8'

Tremulant

 

 

 

 

Pfarrei

Ein selbständiger Pfarrsprengel Abtswind ist seit 1364 belegt. Am 26. Februar dieses Jahres trennte sich die Mauritius-Kirche zu Wiesentheid von der Mutterkirche Kloster-Schwarzach. Am 3. April desselben Jahres vollzog sich das gleiche mit Abtswind, das sich von seiner Mutterkirche Rüdenhausen trennen durfte und zu einer eigenen Pfarrei cum proprio sacerdote (= mit eigenem Priester) erheben durfte.

Nach der Reformation hat sich der Pfarrsprengel Abtswind erweitert. Ab 1631 mußte der Abtswinder Pfarrer die Ortschaften Haag, Dürrnbuch, Langenberg und Gräfenneuses mit pastorieren (= als Pfarrer betreuen). Zeitweilig wurden auch die Pfarreien Wiesentheid und Geiselwind von Abtswind aus mitbetreut und zwar Wiesentheid in der Zeit von 1570 - 1634, und Geiselwind in der Zeit von 1590 - 1654. In diesen Zeitabschnitten waren beide Pfarreien evangelisch gewesen. Durch Staatsentschluß wurde Untersambach 1916 nach Abtswind eingepfarrt, wobei damals kein einziger Protestant in Untersambach wohnte.

 

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