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Gedanken zum Pfingstfest
Dekan Georg Güntsch
Liebe Leserin, lieber Leser,
früher meinte ich, ich wüsste genau, was wir vom Pfingstfest zu erwarten haben. Ich dachte, wir brauchen nur aufmerksam und gläubig zuzuhören, wenn die Pfingstgeschichte verlesen wird. Dann können wir darauf hoffen, dass sich alles so oder ähnlich wie damals heute bei uns wiederholt. Am kommenden Sonntag werden wir an das erste Pfingsten erinnert, wie es die Apostelgeschichte im Neuen Testament im 2. Kapitel beschreibt.
So war es damals: Ein überfüllter Tempel und eine begeisterte Christenschar. Nicht König Fußball und nicht Bands und Sänger brachten die Leute außer Rand und Band. Der Grund war Gottesnähe und Christusliebe.
So war es damals Windesbrausen, Feuerzungen, Sprachenwunder. Faszinierend: Menschen aus aller Welt verstehen sich. Wo gab’s das je? Wo gibt’s heute eine solche Einheit?
So war das damals am Anfang der Kirche. Tausende wurden vom Glauben berührt, erregt, getroffen, erschrocken und beglückt. Und schon bei der ersten großen Veranstaltung der Christenheit gab es Kritiker. Sie spotteten: Diese Spinner, sie sind von ihrem Glauben besoffen. Wir halten uns fern.
So war Pfingsten damals. Inzwischen weiß ich: Pfingsten zielt nicht auf das Spektakel. Die Sensation des Pfingstfestes heute heißt Geistes-Gegenwart. Geistesgegenwärtig ist dabei allerdings nicht jemand, der immer schlaue Sprüche drauf hat und dem auch in verzwickten Situationen etwas einfällt.
Geistesgegenwart kann in Gottesdiensten geschehen. Ob es dabei laut oder leise zugeht, ob die Orgel oder die Band, die Posaunen, die Gitarren oder Flöten Musik machen ist kein geistliches Qualitätsmerkmal. Menschen lernen Gott kennen – und sie akzeptieren einander.
Geistesgegenwart aber erleben genauso Einsame. Dankbar spüren sie: Ich bin nicht allein. Gott verlässt mich nicht. Ich berge mich in ihn.
Geistesgegenwärtig sind Fromme, die nicht mehr überheblich auf andere herabschauen. Sie hören zu. Sie fühlen sich ein. Sie wollen verstehen. Geistesgegenwärtig werden Gleichgültige, die Interesse bekommen. Das Leben spricht sie an. Sie fragen nach Sinn. Sie suchen Jesus.
Durch Geistesgegenwart bekommen Unsichere seelisches Rückgrat. Sie werden selbstbewusst. Sie wissen, warum: Sie sind wertvoll in Gottes Augen. Aus Glauben werden sie trotzig.
Wieder anders ereignet sich Geistesgegenwart bei Gewohnheitschristen. Bisher meinten sie, es sei Treue ,wenn sie an allen überkommenen Traditionen festhalten. ("Es war schon immer so.") Gottes Geist zeigt uns, dass wir einfach träge und denkfaul waren.
Gottes Geist verändert uns. Der Ort, die Zeit, das Alter, die Not, die verschiedenen Gelegenheiten, alle Lebensumstände spielen mit.
Gottes Geist schützt Begabte vor Arroganz. Gottes Geist macht Traurige fähig, wieder zu lächeln. Gottes Geist bindet flatterhafte unzuverlässige Christen an eine Aufgabe, die sie so fordert, dass sie keine Zeit und keine Lust mehr haben, andere zu verurteilen. Gottes Geist schafft immer Gemeinschaft – auch unter Menschen, die viel unterscheidet und die nicht zusammenpassen. Wenn wir uns – oft nur eine Zeit lang – mit solchen zusammen tun, die uns gefallen, dann vergessen wir, dass wir Gottes Geist nötig haben. Aber wir brauchen ihn. Mit ihm können wir einander achten, auch wenn wir uns widersprechen und streiten.
Gottes Geist ist geduldig. Er wächst in uns – wie eine Liebesbeziehung (nicht überfällt er uns wie ein Flirt, der rasch vergeht). Er wächst in uns – wie eine Blume, wie ein Baum (und nicht nur die Blütezeit ist Zeichen des Reifens).
Gottes Geist erneuert auch heute die Kirche und die Welt. Die erste christliche Gemeinde in Jerusalem wird nach der außergewöhnlich auffälligen Veranstaltung an Pfingsten so beschrieben: "Sie blieben beständig (auch nach der Anfangsbegeisterung) in der Apostel Lehre, in der Gemeinschaft (gemeint ist nicht vor allem Gefühl, sondern gegenseitige Hilfe), im Brotbrechen (das ist das eucharistische Mahl) und im Gebet."
"Komm, Heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer der göttlichen Liebe, der du in Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast in Einigkeit des Glaubens."
Amen
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Termine
Kassettendienst
Unsere Kirchengemeinde hat sich ein neues Mischpult
und ein neues Mikrofon für unsere Verstärkeranlage angeschafft.
Wir können nun wieder Gottesdienste auf Kassette aufnehmen und
diese an Interessenten verteilen. Sie müssen auf keinen Gottesdienst
mehr verzichten. Den Kassettendienst hat
Christian Bünnagel Tel. 99128 übernommen.
Blumenschmuck für unsere Kirche
Wie im letzten Jahr wäre es wieder schön,
wenn sich Gemeindeglieder finden,
die an den Sonntagen im Frühling und im Sommer
den Altarschmuck übernehmen würden.
Wir haben in der Kirche wieder eine Liste aushängen,
in die man sich für bestimmte Sonntage
eintragen (lassen) kann.
Segnungsgottesdienst am Samstag, 2. Juni, 19.30 Uhr ,
in der Kirche in Castell
Wir hören auf Gottes Wort. Wir feiern miteinander das Heilige Abendmahl.
Wir erinnern uns an Jesus, der die Kinder segnete,
Menschen zum Dienst beauftragte und Kranken half.
Sie können in Ihrer Lebenssituation um den Segen Gottes bitten.
Wir beten miteinander und werden uns neu der Gegenwart und Hilfe des dreieinigen Gottes bewusst
Kleidersammlung für Bethel vom 2. bis 7. Juli
Seniorenfahrt 6. Juni
nach Bad neustadt/Saale.
Unter anderem mit Stadtrundfahrt und Führung mit Pfr. Kastner.
Anmeldung und Information
bei Frau Wolf, Castell, Tel. 09325-1532
Frauenkreis
am 7.6. um 20.00 Uhr im Schulhaus
Info bei Eva Layh Tel. 99234
Abwesenheit des Dekans
11.-15. Juni Tagung in Bad Alexandersbad
Vertretung:
Pfarrer Hanjo v. Wietersheim, Wiesenbronn,
Tel. 09335/274
29. Evangelischer Kirchentag
in Frankfurt am Main vom 13-17. Juni 2001
Losung: "Du stellst meine Füße auf weiten Raum"
Nähere Infos zur Anmeldung, Fahrtkostenzuschuß,
Ermäßigungen,..... bei Ursula Müller, Tel. 7674 oder
im Dekanatsbüro Castell, Tel. 09325-9797-0
Jugendchor
Wir treffen uns wieder nach den Pfingstferien,
am 21.6. um 19.00 Uhr im Schulhaus.
Es ergeht an alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen
die Freude am Singen haben, herzliche Einladung
Silberne Konfirmation
Termin: 24. Juni 2001
Nähere Infos bei Ursula Müller, Tel.7674
Frauenkreis
am 3.5. um 20.00 Uhr im Schulhaus
Info bei Eva Layh Tel. 99234
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