Abtswinder Gemeindebrief

 Nr. 66
Dezember 1999 - Januar 2000
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In diesem Gemeindebrief sind Auszüge aus dem Original- Gemeindebrief wiedergegeben.

Liebe Gemeindeglieder,

am Ende unseres Jahrtausends sind die Menschen mehr denn je getrieben von einer Sehnsucht nach Gott und nach Gottes Heil. Hoffnungen, die man sich lange Zeit gemacht hatte, sind fadenscheinig geworden. Viele hatten gehofft, mit wachsendem Wohlstand würde alles besser. Der Lebensstandard ist heute so hoch wie noch nie. Die Sorge um das tägliche Brot, um Kleidung und auch um ein Dach über dem Kopf ist in unserer Gesellschaft - Gott sei Dank! - fast nicht mehr vorhanden. In Deutschland kommt es nicht mehr vor, daß Vater und Mutter hilflos zusehen müssen, wie ihr Kind an Unterernährung stirbt. Die heutigen Sorgen sehen eher so aus: Können wir es uns leisten, in den Urlaub zu fahren? Was für ein Auto ist für uns drin? usw.
Trotzdem: Ganz glücklich hat uns der Fortschritt und der Wohlstand nicht gemacht. Zwar muß unter uns niemand verhungern. Wohl aber brechen Krankheiten aus, gegen die auch die modernste Medizin nicht helfen kann. Zwar sind die Träger öffentlicher Verantwortung mit allen nur erdenklichen technischen Mitteln ausgestattet. Dennoch aber verstricken sie sich mehr denn je in Korruption. Und dennoch haben sie es schwerer als je, weil ihnen eine allgemeine Gleichgültigkeit und eine hemmungslose Anspruchsmentalität entgegenschlägt. Zwar hat die christliche Gemeinde die Möglichkeit, ungestört und mit bester Ausstattung Gottesdienst zu feiern und Glaubensinhalte weiterzugeben. Dennoch sinkt das allgemeine Interesse am christlichen Glauben. Die Freigabe des Buß- und Bettags war ein erstes Anzeichen. Nun wird möglicherweise auch noch der verkaufsoffene Sonntag folgen.
Daß Gott es uns schwer gemacht hat, ihn zu suchen, können wir also wirklich nicht behaupten. Und daß eine Gesellschaft, die immer weniger nach Gott fragt - wie die unsere -, besonders glaubwürdig und "besser" ist als eine christliche Gesellschaft, können wir erst recht nicht sagen. Auch können wir schlecht dem lieben Gott die Schuld dafür in die Schuhe schieben, daß die meisten Menschen heute nichts mehr von ihm wissen wollen. Denn er ist nach wie vor da mit seinem Wort, mit seinem Evangelium, mit seiner Gnade. Ist Gott etwa schuld, wenn wir unweigerlich die Früchte dessen, was wir am Ende des 20.Jh. gesät haben, jetzt ernten werden. Ich denke z.B. an die riesigen Probleme mit der Rentenversorgung, und die Millionen Deutschen, die heute nicht in die Rentenkassen einzahlen können, weil sie abgetrieben wurden. Ich denke an die Männer und Frauen, die in den nächsten Jahren politische Verantwortung übernehmen werden, und denen eine solide weltanschauliche Grundlage fehlt, weil ihren Eltern der Glaube gleichgültig war, und weil sie keine überzeugende christliche Erziehung erfahren haben. Die sauren Früchte werden wir zu schmecken bekommen. Ist etwa Gott schuld daran?
Wie großartig aber spricht in diese Situation unsere Jahreslosung hinein:
"Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich finden lassen."
Trotz allem! Gott ist da für uns. Gott kennt unsere Sehnsucht nach ihm und seinem Heil. Er schmollt nicht und ist nicht sauer. Er wartet darauf, daß wir ihn suchen. Von unserer Antwort wird es abhängen, wie das neue Jahrtausend sich entwickelt.
Mit den besten Segenswünschen grüßen Sie Ihr

Pfr. R. Augustin und Pfarrerin A. Augustin

Weihnachtsmarkt:
Wir sind dabei mit folgenden Angeboten:
1. Stand der Abtswinder Jugendgruppe
(Ort ist noch nicht genau bekannt)
2. Cafeteria im Schulhaus
Wir bitten die Gemeindeglieder herzlich um Kuchenspenden. Auch suchen wir noch Helfer.
Bitte melden Sie sich bei Frau Ulla Müller (Tel. 7674) oder im Pfarramt (Tel. 99191).
3. Büchertisch im Schulhaus
Auch weisen wir hin auf ein Konzert, das die Musikschule Wiesentheid am 5.12.99, 17.00 Uhr
anstelle der bisherigen Adventsandachten in unserer Kirche veranstaltet

Kleidersammlung:
Im Namen des Spangenberg-Sozialwerks bittet wir wie jedes Jahr um Kleiderspenden. Da eine zu lange Einlagerungszeit in der Garage den Kleidern schaden kann, bitten wir Sie, die Kleider möglichst erst zum angegebenen Termin (11.1. bis 15.1.2000) abzugeben. Weitere Einzelheiten können Sie Handzetteln entnehmen, die an die Kleidersäcke geheftet sind.

Aktion Weihnachten im Schuhkarton:
Bei der diesjährigen Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" wurden aus dem ganzen Landkreis insgesamt 445 Päckchen bei Frau Mix abgegeben, etliche davon auch aus Abtswind. Wir danken für die großartige Beteiligung.
Die Päckchen werden an notleidende Kinder im Kosowo verteilt.
Vielleicht erinnern sich noch einige ältere Menschen, daß es ähnliche Aktionen auch in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg gegeben hatte. Damals hatten (meist) Christen aus dem Ausland Gaben nach Deutschland geschickt, die sog. Care-Pakete.

Kindergarten sucht weiße Leintücher
Für die kreative Arbeit mit den Kindern sucht unser Kindergarten gebrauchte Bettücher (Tel. 1702).

Mitarbeiter für den KiGo gesucht
Wir freuen uns, daß es in Abtswind einen Kreis von Ehrenamtlichen gibt, die für unsere Kleinen einen Kindergottesdienst vorbereiten und durchführen. Es wäre schön, wenn sich noch weitere Helfer fänden, deren Anliegen es ist, den Glauben an unsere Kinder weiterzugeben.

Gemeindetag am 23.1.2000 mit einem Gast vom ERF
Gern erinnere ich mich an den Gemeindetag zurück, den wir letzten Januar zum Thema "Islam" durchgeführt haben.
Auch heuer laden wir wieder ein. Am Sonntag, dem 23.1.2000, werden wir Herrn Halscheidt aus Wetzlar zu Gast haben, der den Verlag des Evangeliumsrundfunks (ERF) leitet. Der ERF entstand vor genau vierzig Jahren.
Sein Anliegen ist es, durch ein christliches Rundfunk- und Fernsehprogramm Menschen zu erreichen und für den Glauben zu interessieren. Sehr attraktiv sind auch die Hörspielkassetten für Kinder und die Videos, die der ERF herausgibt.
Herr Halscheidt wird im Gottesdienst am 23.1. die Predigt halten. Anschließend geht es im Schulhaus weiter.
Es besteht die Möglichkeit, sich über die Arbeit des ERF zu informieren. Auch wird unser Büchertisch geöffnet sein.
Gegen 12.00 Uhr werden wir, wie letztes Jahr, gemeinsam zu Mittag essen.
Wir bitten um einen Beitrag von DM 10 pro erwachsene Person (für Essen und Getränke).
Unsere Mitarbeiter bekommen einen entsprechenden Gutschein.
Nach dem Essen wird uns unser Gast einige Kostproben aus dem vielfältigen Angebot des ERF vorstellen und erläutern. Sicherlich wird sich daraus ein interessantes Gespräch entwickeln