Abtswinder Gemeindebrief

 Nr. 52 April 1998

In diesem Gemeindebrief sind Auszüge aus dem Original- Gemeindebrief wiedergegeben.

 

Solches tut zu meinem Gedächtnis

Gedanken zum Gründonnerstag

 

Was einem Menschen wertvoll ist, das ruft er sich immer wieder ins Gedächtnis: Das Kind will zum hundertsten Mal sein Lieblingsmärchen hören, der Reiche meditiert täglich seine Vermögensaufstellung; der Alte denkt an die schönsten Augenblicke seines Lebens zurück, der Mann bleibt in Gedanken bei einer schönen Frau hängen, der Fan an seinem Club. Die Werbung will bestimmte Artikel in unser Gedächtnis einprägen usw.

Dem allen widmen wir unser Gedächtnis ohne weiteres. Das Gedächtnis der gewaltigen und heilvollen Taten Gottes aber vernachlässigen wir. Was für eine Dummheit! Ist nicht das, was Gott für uns getan hat, das einzige, was Bestand hat im Leben und im Sterben? Ist es nicht das einzige, was unvergänglich ist? - das einzige, was wirklich Licht in unser Leben hineinstrahlen läßt?

"ER hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige HERR." Diesem Gedächtnis gebührt der Vorrang vor allem anderen. Die ganze Heilige Schrift fordert uns zum Gedächtnis SEINER Wunder heraus, v.a. auch der Psalter.

Für die größte und wichtigste Wundertat Gottes, nämlich das teure Leiden und Sterben Jesu Christi am Stamme des Kreuzes, hat Gott ein besonderes Gedächtnis eingesetzt, nämlich das Heilige Abendmahl. Dies Mahl erinnert uns an die Nacht, in der Jesus verraten wurde: wie er im Garten Gethsemane im Gebet mit Gott rang, wie er vor dem Hohen Rat und Pilatus verhört wurde, wie er am Kreuz sterben mußte. Das Heilige Abendmahl führt uns aber auch über den Tod Jesu hinaus zur Auferstehung, Himmelfahrt und Erhöhung Christi. IHM hat der Vater alle Gewalt im Himmel und auf Erden übertragen.

Über das bloße Gedächtnis hinaus glauben wir, daß Jesus, der Himmlische, im Abendmahl gegenwärtig wird: daß er sich selbst unter Brot und Wein uns mitteilt. Wir glauben, daß er in uns hineinkommt und uns stärkt, tröstet, Sünden vergibt, innerlich erneuert.

 

Mit herzlichen Segenswünschen für die zweite Hälfte der Passionszeit
Ihr Pfr. Robert Augustin und Pfrin. Adelheid Augustin

 

 

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